USA
Retter und Märtyrer

Rechtspopulisten greifen gerne auf religiöse Motive zurück, erklärt Andreas G. Weiß im Blick auf Trumps Amtseinführung. | Foto: Rupertusblatt
  • Rechtspopulisten greifen gerne auf religiöse Motive zurück, erklärt Andreas G. Weiß im Blick auf Trumps Amtseinführung.
  • Foto: Rupertusblatt
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

 

So inszenierte Trump seine Angelobung

Ein Spiel mit religiösen Narrativen und Motiven lässt sich bei der Angelobung von US-Präsident Donald Trump erkennen. Weder fehlte die Bekräftigungsformel „So wahr mir Gott helfe“ noch die Bibel beim Eid noch eine quasi-liturgische Rahmung der Feier mit Gebet – und dies, obwohl solche Elemente nicht zwingend vorgeschrieben sind, betonte der Theologe und USA-Experte Andreas G. Weiß im Gespräch mit Kathpress.

In Trumps Antrittsrede seien Retter-Motive und biblisch entlehnte Bilder („Goldenes Zeitalter“) bestimmend gewesen, wenn auch weniger explizit als noch vor einigen Jahren. „Die Säkularisierung schreitet auch in den USA rasant voran“, so der Direktor des Katholischen Bildungswerkes Salzburg, der Bücher über Zivilreligion in den USA veröffentlicht hat. Entsprechend sei die Zeremonie letztlich ein „formeller Staatsakt“ mit quasi-religiösen Anleihen.

Eine gefährliche Verschiebung erkannte Weiß in der Wortwahl Trumps. Schon im Wahlkampf seien Gewaltmetaphern allgegenwärtig gewesen. Damit korrespondierten nun die „quasi messianischen Retter- und Märtyrer-Motive“, die er auf sich selber münzte.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Powered by PEIQ