Kirche Steiermark
Wärme und Würde

Unternehmer Hans Roth, Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler und Gastronom Robert Grossauer (v. l.) suchen Freunde und Freundinnen für das Marienstüberl. | Foto: Gerd Neuhold / Sonntagsblatt für Steiermark
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30 Jahre Marienstüberl – 30 Jahre Zuflucht, warme Mahlzeiten und ein offenes Ohr für Bedürftige.

Dort, wo sonst dampfende Töpfe brodeln und der Duft frisch zubereiteter Mahlzeiten die Luft erfüllt, ist es heute ausnahmsweise ruhig. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens versammeln sich am 27. März in der Küche des Marienstüberls Menschen wie die langjährige Leiterin Schwester Elisabeth Gruber, die über die Jahre hinweg eine Schlüsselrolle gespielt haben, zu einem Pressegespräch.

Essen für Leib und Seele
Diese Küche ist weit mehr als eine Suppenküche. Das Schild an der Tür des Raumes erinnert an die frühere Funktion des Raumes: „Festsaal“. Und tatsächlich passt diese Bezeichnung noch immer. Denn hier erhalten Menschen, die in Graz oft vergessen werden, nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch Respekt und Anerkennung.

„Nicht vom Brot allein lebt der Mensch. Ich bin ein Freund des Marienstüberls, weil dieses Bibelwort dort täglich gelebt wird. Bedürftige erhalten dort mehr als das notwendige Brot – nämlich menschliche Nähe. Ohne Brot und Liebe wären wir verloren.“

Bischof Wilhelm Krautwaschl

„Während ein Teil der Gesellschaft freiwillig fastet, gibt es viele Menschen in Graz, die strukturell bedingt Hunger leiden müssen“, sagt Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler. Eine tägliche warme Mahlzeit ist für viele Menschen nicht selbstverständlich.
Doch nicht nur Nahrung fehlt – Einsamkeit sei eine der größten Armutsformen unserer Zeit. Im Marienstüberl begegne man allen Menschen mit Respekt und Wärme – unabhängig von ihrer Situation. Hier geht niemand leer aus.

Sr. Elisabeth Gruber, Eva Bakalli und Adam Lamprecht von der Caritas (v. l.) beim Pressegespräch im Marienstüberl. „Biblischer geht es nicht“, so eine Umstehende mit Blick auf die Vornamen. | Foto: Gerd Neuhold / Sonntagsblatt für Steiermark
  • Sr. Elisabeth Gruber, Eva Bakalli und Adam Lamprecht von der Caritas (v. l.) beim Pressegespräch im Marienstüberl. „Biblischer geht es nicht“, so eine Umstehende mit Blick auf die Vornamen.
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Ein Wunder der Gemeinschaft
Täglich werden im Marienstüberl rund 150 Mittagessen ausgegeben, manchmal sogar mehr. Schwester Elisabeth und ihr Team schaffen es immer wieder, mit begrenzten Mitteln Großes zu bewirken – fast wie das biblische Wunder der Brot- und Fischvermehrung, bemerkt Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler.
Neben Essen bietet das Marienstüberl auch Duschen, Möglichkeiten zum Wäschewaschen und Unterstützung bei persönlichen Problemen. Das Herzstück sind die rund 100 Freiwilligen. Sie kochen, putzen, verteilen Essen und holen sowie sortieren Lebensmittel. Zwiebeln schneiden für 150 Menschen sei eine echte Herausforderung, lacht die Caritas-Direktorin. Manchmal treffen Helfer hier auf alte Bekannte oder frühere Arbeitskollegen unter den Gästen – Begegnungen, die nachdenklich machen.

Starke Unterstützer, große Herzen
Ein wichtiger Unterstützer ist der Unternehmer Hans Roth, der auf Anfragen von Schwester Elisabeth nie mit „Nein“ antworte. „Wenn ich wüsste, dass die Schwester ewig lebt, würde ich ihr ein Kloster bauen“, sagt er. Ob es eine gute Idee ist, ihn „Schirmherr“ zu taufen, werde sich erst zeigen, meint er augenzwinkernd.
Hans Roth engagiert sich dafür, „Freunde“ für das Marienstüberl zu finden. Etwa 100 Menschen sucht er gerade, die 100 Euro monatlich beitragen möchten; im Idealfall werde dieser Rahmen gesprengt.
Die Familie Grossauer-Widakovic wird dem „Freundeskreis“ jährlich ein Danke-Essen auftischen, das die Küchenchefs der Grossauer-Betriebe gemeinsam kochen werden. Prominente wie Paul Pizzera und Bischof Wilhelm Krautwaschl sind bereits dabei.

Maria Wilbrink

FreundIn des Marienstüberls
Mit 100 Euro im Monat unterstützen Sie die Versorgung armutsbetroffener Menschen in Graz. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Als Dankeschön lädt die Caritas zu einem exklusiven Abendessen ein.
Infos: marienstueberl.at/freunde-des-marienstueberls

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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