18. Sonntag im Jahreskreis | 4. August 2024
Kommentar

 

Schrille Orgie oder Liebesmahl

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris mit künstlerischen Darbietungen entlang der Seine hat eine Szenerie für Verstimmung in kirchlichen Kreisen gesorgt. Ein Festmahl mit Figuren der LGBTQ-Community wurde als Verhöhnung des Letzten Abendmahls interpretiert. Der Regisseur Thomas Jolly beteuerte, man habe auf das Bankett der Götter und die Mythologie angespielt, nicht auf Religion. Vielleicht nehmen wir uns als Kirche zu wichtig und fühlen uns angegriffen, wo wir gar nicht gemeint sind.

Und wenn schon. Jesus hatte nie ein Problem damit, mit Außenseitern und „Sündern“ Mahl zu halten. Diese schrille Gemeinschaft wäre ihm bestimmt willkommen gewesen. Zugleich hätte er sie wahrscheinlich darauf hingewiesen, dass es nicht das exzessive Ausleben körperlicher Reize und materieller Bedürfnisse ist, das dem Menschen Erfüllung schenkt, sondern die Ausrichtung auf die geistigen, spirituellen Lebensquellen, die Verbindung mit Gott und die Gemeinschaft mit ihm, dem Brot des Lebens.

Nicht die Orgien der hedonistischen, allzu menschlichen Götter des Olymp, sondern das Liebesmahl mit Christus schenkt die Speise zum wahren Leben.

Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

2 Kommentare

Stanislaus Lesjak aus Südweststeiermark
am 05.08.2024 um 12:29

Lieber Herr Kokesch,
bevor Sie hier über Toleranz reden - wo ist die Toleranz der LGBTQ Sekte gegen andere?
Die endet sofort, sobald sie nicht dieser sündigen Lebensart entspricht.
Das IOC hat zugegeben, dass das letzte Abendmahl dargestellt wurde und hat sich formal entschuldigt. Also behaupten sie nicht, das etwas anderes dargestellt wurde. Wenn ich direkt werden würde, könnte man sagen, Sie lügen - bewusst?
Hoffe sie sind noch Christ und vertreten noch das Christentum, daher sollten Sie sich ein Beispiel nehmen an Pater Wallners Predigt dazu:
Das Gericht wird entscheiden!

https://www.youtube.com/watch?v=zycysr7Ow18

Karl Veitschegger aus Steiermark | SONNTAGSBLATT
am 29.08.2024 um 19:27

Man soll darüber diskutieren und streiten, ob das antike „Festmahl des Dionysos“ (Bacchus) bei der Olympia-Eröffnung ein brauchbares Bild dafür ist, was man olympische Kultur nennt. Ich weiß es nicht.
Leider sehen manche darin eine Verhöhnung des Christentums. Ich nicht. Ich habe kein Lästerwort über Jesus und die heilige Messe gehört, ja diese Performance gar nicht mit dem biblischen (!) Abendmahl Jesu in Verbindung gebracht, nicht einmal mit dem Abendmahlsgemälde von Leonardo da Vinci, der nebenbei gesagt ein Freigeist und Kirchenkritiker war. Viele glauben auch, dass er schwul war.
Zur Mahlszene: Das Leonardo-da-Vinci-Gemälde wird immer wieder — manchmal ernst, manchmal spaßig, anspruchsvoll oder kitschig — „verarbeitet“, wobei es nicht um das Christentum, sondern um die Mahlszene geht.

Richtig ist allerdings, dass auch JESUS gerne Mahl gehalten hat und damit Gott — gegen den Protest mancher „Gesetzeslehrer“ — als für alle offene, gastfreundliche Liebe verkündet hat, eine Liebe, die uns alle bewegen will, miteinander und füreinander zu leben.

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