Nach Erdbeben
Verheerende Lage in Myanmar

Eine Frau geht durch die zerstörten Straßen von Mandalay. Die Aufnahme wurde am 1. April gemacht. | Foto: STR/AFP /picturedesk.com
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Ein Erdbeben verwüstete in Myanmar Gebiete, die ohnehin durch den Bürgerkrieg schwer geprüft sind. Die Zahl der Todesopfer steigt.

Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar hat der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des südostasiatischen Landes, Kardinal Charles Maung Bo, alle verfeindeten Gruppen zu einer Waffenruhe gemahnt und humanitäre Korridore gefordert. Die Menschen in Myanmar bräuchten nach dem Erdbeben vor allem „Lebensmittel, Unterkünfte, Medikamente und alle lebensrettenden Materialien“, so Kardinal Bo im Interview mit Vatikan News.

Alle verfeindeten Gruppenwurden eindringlich zur Waffenruhe gemahnt.

Mit Blick auf den Bürgerkrieg und seine Folgen mahnte der Erzbischof von Rangun wörtlich: „Mehr als alles andere braucht unser Volk Frieden und nicht die aufgewühlte Angst, die durch die multidimensionale Krise ausgelöst wird. Ich habe an alle Beteiligten appelliert, dringend humanitäre Hilfe zu leisten und ungehinderten Zugang zu den betroffenen Menschen zu gewähren. Ich habe alle verfeindeten Gruppen eindringlich zur Waffenruhe aufgerufen.“

Das Erdbeben verwüstete in Myanmar Gebiete, die teils unter der Kontrolle von Junta-Gegnern stehen und teils von der Militärregierung beherrscht werden. Trotz der Katastrophe geht der Bürgerkrieg offenbar weiter: So soll die Militärjunta wenige Stunden nach dem Erdbeben zwei Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ortschaft Chaung-U in Sagaing durchgeführt haben.

Hilfsorganisationen wie die Caritas leisten über ihre Partnerorganisationen vor Ort Hilfe. Unterstützung und Hilfe kommt auch aus Staaten wie China, Indien oder Russland. Die Hilfe seitens der USA lief, nach der Zerschlagung der Entwicklungsbehörde USAID, nur schleppend an. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die regierende Militärjunta die Gelder und Hilfsmittel für andere Zwecke verwenden könnte als für Katastrophenhilfe. Das Militär hatte sich Anfang 2021 an die Macht geputscht und regiert das Land mit brutaler Härte.
Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe von Kirche bunt am 1. April sprach Myanmars Regierungschef Min Aung Hlaing von über 2.700 Toten und mehr als 4.500 Verletzten, die Zahl der Todesopfer könne auf über 3.000 steigen.

Spenden: Caritas Österreich, IBAN:
AT23 2011 1000 0123 4560, Kennwort „Katastrophenhilfe Südostasien“

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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